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WordPress: Multilinguale Websites mit WPML einfach gemacht

6 Minuten Lesezeit

Dieser Beitrag ist von Juni 2017. Die Screenshots zeigen die Oberfläche von damals, heute sieht sie teils etwas anders aus. Wo sich Wesentliches geändert hat, steht im Text ein Hinweis „Stand 2026“.

Nicht selten werden Websites in verschiedenen Sprachen angeboten. Das was simpel und selbstverständlich erscheint, ist tatsächlich komplizierter, vor allem, wenn man nicht die richtigen Werkzeuge nutzt.

Was gilt es denn in Bezug auf Mehrsprachigkeit zu beachten?

  • Möchte ich eine 1:1 Übersetzung haben, sprich jede einzelne Seite wird auch in einer anderen Sprache übersetzt?
  • Sollen die anderen Sprachen für äquivalente Inhalte eigene URLs haben? Sollen eventuell unterschiedliche Sprachen sogar eigene Domains nutzen?
  • Benötige ich einen Sprachumschalter? Leitet dieser auch direkt zu der entsprechenden andersprachigen Seite oder immer zur Startseite der ausgewählten Sprache? Gibt es eine automatische Sprachauswahl anhand der eingestellten Sprache im Browser des Besuchers?
  • Gibt es ein Suchfeld? Sollen nur Suchergebnisse der aktuellen Sprache ausgegeben werden?
  • Wird der Quelltext entsprechend der Sprache auch für Suchmaschinen markiert?
  • Sollen unterschiedliche Teams die verschiedenen Sprachen bearbeiten?

WordPress und Multilang

Zunächst sollte man wissen, dass WordPress nativ keine Mehrsprachigkeit beherrscht – zumindest nicht direkt. Daran hat sich bis heute (Stand 2026) nichts geändert: Mehrsprachigkeit im Kern ist zwar als letzte Phase des Gutenberg-Projekts angekündigt, aber noch nicht umgesetzt.
Über den Umweg des Multisite Modes (Network), lassen sich mehr oder minder unabhängige Sub-Sites erstellen, die dazu genutzt werden können um Sprachvarianten abzubilden. Dazu aber später mehr.
WordPress wird erst durch Plugins zu einem Multilang-CMS: da gibt es um einige (bekannte) zu nennen: WPML (kostenpflichtig, Jahreslizenz), Polylang (freemium), TranslatePress (freemium) oder MultilingualPress (kostenpflichtig, funktioniert nur mit Multisite).

Multilang mit Hand und Fuß

Rein theoretisch ließe sich eine Multilinguale Website auch ohne Plugins realisieren – mit etwas Programmieraufwand: die Sprachvarianten werden als Hauptseiten angelegt, z. B. de und fr, darunter werden die jeweiligen Seiten der Sprachvarianten angelegt und der Content in der jeweiligen Sprache geschrieben. Damit aber bei der Auswahl /de ein deutsches Menü erscheint und bei /fr ein französisches, müssen die für die unterschiedlichen Seitenbäume andere Templates genutzt werden (bzw. eine Weiche einbauen reicht). Die unterschiedlichen Templates ermöglichen Quelltext mit HTML-Sprachindikatoren (wo man sonst mit WordPress-Mitteln nicht hinkommt)  zu versetzen bzw. sprachspezifische Menüs anzuzeigen. Um Widget-Bereiche braucht man sich nicht im Template gesondert zu kümmern, diese lassen sich im Backend z. B. mit Plugins wie z. B. Content Aware Sidebars lösen. Etwas komplizierter wird es mit dem Sprachumschalter, bzw. der logischen Konnektierung von gleichen Seiten als Sprachvarianten. Und noch komplizierter wenn man einen Shop betreiben möchte, z. B. mit WooCommerce.
Lassen wir es mal mit diesem Beispiel, es ist unschwer zu erkennen, dass es aufwändig ist und zudem einschlägige Kenntnisse in der WordPress Theme-Programmierung erforderlich sind. Es geht viel einfacher.

Multilang mit WordPress Multisite

Wie schon beschrieben, kann man auch mit nativen WordPress Bordmitteln eine mehrsprachige Website erstellen. Zunächst muss man WordPress in der Multisite Variante installieren. Das ist nicht schwierig, aber die wenigsten 1-Klick-Installer dürften dies ermöglichen, also ist Handarbeit angesagt.
Einmal eingerichtet geht es schon mit den Eigenarten dieser Betriebsart los: es gibt einen Super-Admin. Der Super-Admin darf als einziger weitere Sub-Sites anlegen sowie Themes und Plugins installieren. Die „normalen Admins“ sind jeweils für ihre zugewiesene Sub-Site zuständig, sie können aber nicht wie im normalen WordPress-Modus Themes oder Plugins installieren. Sie können lediglich welche aus der vom Super-Admin installierten Auswahl aktivieren oder deaktivieren. Wichtig zu wissen an dieser Stelle ist, dass nicht alle Plugins Multisite-kompatibel sind.
Der Super-Admin erstellt z. B. 2 Sub-Sites, einmal „de“, einmal „fr“ und definiert 2 Teams die er den 2 Sub-Sites zuweist. Es können die gleichen User sein, die auf beiden Sub-Sites zugreifen können, oder getrennte. Genau diese mögliche Trennung ist ein Feature, das bestimmte Website-Betreiber nicht missen möchten: getrennte Teams für getrennte Sprachvarianten. Klar ist, dass ein solches Feature eher für größere Unternehmen interessant ist bzw. für solche mit streng geregelten Workflows.
Diese Trennung der Sub-Sites hat den Vorteil komplett eigene Websites erstellen zu können, aber birgt gleichzeitig die Gefahr, dass sich zwei Sub-Sites (Sprachvarianten) mit der Zeit auch optisch voneinander trennen – was wohl die wenigsten möchten.
Um gleiche Seiten der verschiedenen Sub-Sites logisch miteinander zu verbinden gibt es (mal wieder) Plugins, wie z. B. Multisite Language Switcher.

Multilang mit WPML

WPML LogoSo, nun kommen wir zu dem eigentlichen Thema des Artikels: WPML (WPML = WordPress MultiLingual). Ich werde nicht alle Features des Plugins erklären, nur die Wesentlichen. Anders als bei dem Multisite Mode, kann man mit WPML auch im Nachhinein der Website Mehrsprachigkeit einhauchen, die Vorkehrungen müssen also nicht lange im Voraus geplant werden (strenggenommen kann man auch im Nachhinein eine normale Website in Multisite umwandeln bzw. in eine Sub-Site importieren, das ist aber recht kompliziert und fehleranfällig).
WPML besteht aus mehreren Komponenten, von denen man nicht zwingend alle benötigt. Die zentrale Einheit ist das WPML Multilingual CMS, in den meisten Fällen wird die Komponente „WPML String Translation“ mit installiert. (Stand 2026: „WPML Translation Management“ ist seit WPML 4.5 im Hauptplugin enthalten, „WPML Sticky Links“ wird nicht mehr gebraucht, weil WPML interne Links beim Übersetzen selbst anpasst, und „WPML CMS Nav“ brauchen nur noch wenige Websites. String Translation gibt es erst ab der Lizenz „Multilingual CMS“.)

WPML Grundeinstellungen

Einmal installiert definiert man in einem Einrichtungsassistenten die zusätzlichen Sprachen, die angelegt werden sollen, und kann verschiedene Punkte einstellen wie:

  • Festlegung der Standardsprache
  • Sollen Sprachvarianten als Unterverzeichnisse angezeigt werden („/de“, „/fr“), mit einer eigenen Domain je Sprache oder als URL-GET-Parameter („?lang=de“, „?lang=fr“)
  • Sprachumschalter Optionen, z. B. Umgang mit Inhalten, die es nur in einer Sprache gibt, Umschalter als Dropdown-Feld bzw. mit Flaggen oder ausgeschriebene Sprache, …
  • Einrichtung einer automatischen Sprachweiterleitung anhand der eingestellten Browsersprache der Besucher

Seiten mit WPML für Übersetzung duplizieren

Ist man mit den Grundeinstellungen fertig, kann es mit dem Übersetzen losgehen: die einzelnen Seiten und Blogartikel lassen sich in der Übersichtsliste jeweils per Mausklick in die gewünschte Sprache duplizieren (mit oder ohne den Inhalt zu kopieren). Ein interessantes Feature dabei ist die Übersetzung alleine zu bearbeiten oder am Original zu binden. Im letzteren Fall wird man bei Ansicht der Übersetzung auf Änderungen im Original aufmerksam gemacht.
Stand 2026: Übersetzt wird heute meist über die Plus-Symbole in der Seitenliste oder das Übersetzungs-Dashboard (WPML > Translation Management) im Advanced Translation Editor. Auf Wunsch übersetzt WPML die Inhalte auch automatisch per KI; die größeren Lizenzen enthalten dafür ein Wortkontingent.

Sprachabhängige Menüs

Nicht nur die Seiten müssen übersetzt werden. Die Menüs sollen auch automatisch der ausgewählten Sprache zugeordnet werden. Das geht mit WPML ganz einfach. Entweder man nutzt die Synchronisationsfunktion (Menüpunkt „WPML > WP-Menüs synchronisieren“) oder man erstellt eine neue Navigation, selektiert die Sprache und definiert wessen Sprachalternative es ist. Nutzt deine Website ein Block-Theme, übersetzt du die Navigation stattdessen im Übersetzungs-Dashboard.

Viele weitere Features

Ich gehe dabei nicht in die Tiefe, aber WPML hat Module für eine optimierte Lokalisierung von:

  • Gravity Forms (ein kostenpflichtiges Plugin zum Erstellen von Formularen)
  • Verschiedene Page Builder: Page Builder sind Plugins, die den visuellen Editor von WordPress ersetzen; sie ermöglichen die einfache Einrichtung von komplexen Layouts im Content Bereich. Zu den bekannten Page Buildern gehören u. a. das kostenlose SiteOrigin Page Builder oder der kostenpflichtige WPBakery Page Builder (früher Visual Composer). Seit WordPress 5.0 bringt WordPress mit dem Block-Editor selbst einen Layout-Baukasten mit, den WPML ebenfalls unterstützt.
  • WooCommerce – die eShop Erweiterung für WordPress

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