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Ladegeschwindigkeit der Website mit webpagetest.org testen

8 Minuten Lesezeit

Dieser Beitrag ist von Dezember 2017. Die Screenshots zeigen die Oberfläche von damals, heute sieht sie teils etwas anders aus. Wo sich Wesentliches geändert hat, steht im Text ein Hinweis „Stand 2026“.

Immer mehr Speed

Das Thema Ladegeschwindigkeit ist kein Neues: schon zu Beginn des Webs war die Ladezeit ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Website – die Bandbreite der Internetanschlüsse war so gering – erinnern wir uns: 56k Modems waren Ende der 1990er Jahre oftmals das Höchste der Gefühle; heute sind Anschlüsse mit 100 MBit und mehr keine Seltenheit -, dass bereits ein paar hundert Kilobyte die Obergrenze für eine Seite war, bei der eine anständige Ladezeit möglich war.

Mit steigender Bandbreite hat sich die Lage im Bereich Desktop Computer zumindest theoretisch einigermaßen entspannt. Die immer größere Nutzung von mobilen Endgeräten und immer größerer Bildschirme mit hoher Auflösung (damals, Ende der 1990er, z. B. 19″ mit 1.200 x 800 Pixel, heute, z. B. 27″ mit 2.560 x 1.440 Pixel) versetzt die Website Betreiber in eine ähnliche Lage wie damals – es ist ein bisschen dasselbe Problem wie das Smartphone-Akku Problem: Akkus werden immer leistungsfähiger, aber die Geräte verbrauchen immer mehr Strom.

Ladegeschwindigkeit als Ranking-Faktor

Heute bekommt die Ladezeit eine neue Dimension: Suchmaschinen, allen voran Google, integrieren die Ladezeit in die Berechnung des Indexes. Vereinfacht gesagt: Je langsamer eine Website lädt, umso weiter hinten wird sie in Suchergebnissen angezeigt. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist das Thema bei professionellen Website Betreibern angekommen und ein regelrechtes Wettrennen hat begonnen. Stand 2026: Google bewertet das Ladeerlebnis vor allem über die Core Web Vitals – Largest Contentful Paint (LCP, wann der größte sichtbare Inhalt geladen ist), Interaction to Next Paint (INP, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert) und Cumulative Layout Shift (CLS, wie stark das Layout beim Laden springt). Das ist ein Ranking-Faktor unter vielen; guter Inhalt bleibt wichtiger.

Faktoren, die die Ladezeit beeinflussen

Es gibt mehrere Ebenen auf denen sich Optimierungen bemerkbar machen können. Einerseits die mit der Verbindung an sich zu tun haben, bzw. mit der „Power“ – im Autovergleich: die Anzahl PS, ob das Auto aerodynamisch ist, wie viel es wiegt… Andererseits ob eine Website gut gebaut ist, unnötige Ladevorgänge von Elementen verhindert – im Autovergleich: der Fahrer; fährt er denn optimal, kennt er die Strecke oder muss er an allen Ampeln stehen bleiben? Es gibt sicher bessere Vergleiche als die mit dem Auto 😉 Jedenfalls werden die 2 Ebenen in den folgenden Absätzen genauer erklärt.

Hosting-Ebene: Infrastruktur, Webserver, Caching

  • Infrastruktur: generell spielt es eine Rolle ob die Website auf einem Shared Hosting Server oder einem dedicated Server betrieben wird. Die Geschwindigkeit beginnt bereits bei der Internet-Anbindung des Rechenzentrums und wie die Router des Anbieters die verschiedenen Server verbindet. Daraus resultiert nicht nur die Geschwindigkeit sondern auch der sogenannte Time to first Byte, eine Messgröße für die Zeit, die benötigt wird bis der erste Byte vom Server beim Client ankommt.
  • Web Server: der Webserver spielt ebenfalls eine Rolle in der Optimierung. Ganz allgemein sind Webserver mit Nginx schneller als Apache – das muss nicht unbedingt so sein, mit etwas Konfigurationsarbeit kann auch Apache fliegen. Aber nicht nur der Wechsel der Software bringt Geschwindigkeit. Auch Einstellungen wie Keep-Alive führen dazu, dass die Verbindung zum Webserver nicht nach jedem Request neu verhandelt werden muss.
  • Caching ist ein komplexes Thema, da es auf vielen Ebenen Caching gibt (CDN, HTTP Reverse Proxy wie Varnish Cache, local Cache, Datenbank Cache wie memcached oder Redis, …). Caching gehört zu den effektivsten Optionen, um die Ladezeit zu verkürzen, je nach dem wie es eingesetzt wird. Es sei angemerkt, dass nicht immer alles gecacht werden kann – Seiten mit hoher Änderungsfrequenz wie z. B. Nachrichtenportale möchten, dass Besucher immer die neuesten Artikel zu sehen bekommen.

Website-Ebene: HTML/JS/CSS, Media-Elemente

  • Eine korrekte Seitenstruktur spielt eine große Rolle – wir reden gar nicht von kaputtem HTML. Die HTML-Struktur eines Dokuments sollte immer nur so schlank sein wie nötig und bizarre Verschachtelungen sollten möglichst vermieden werden. Entsprechend, wenn nicht zwingend notwendig, sollten Elemente nicht erst per Javascript eingefügt werden.
  • Media-Elemente, sprich Bilder sollten stets für das Endgerät optimiert sein – ein großes Bild für Desktop sollte in einer entsprechend kleineren Version auf einem Smartphone geladen werden.

Online Geschwindigkeitscheck mit www.webpagetest.org

Das in der Basisversion kostenlose Tool webpagetest.org ermöglicht für jeden die Ladezeit seiner (öffentlich zugänglichen) Website zu messen und zu analysieren.
WebPageTest - Start

So einfach geht's

Um eine Analyse der Website zu starten braucht man nur:

  • URL: Die Website URL eingeben, am Besten inklusive https und www, sonst wird die ggf. vorhandene Umleitung mit in die Ladezeit aufgenommen
  • Location: von wo soll denn gemessen werden? Tatsächlich spielt die geografische Lage auch eine Rolle – am besten einen Standort wählen, der nah an deinen Besuchern liegt (für eine deutsche Website also z. B. einen Standort in Deutschland bzw. Europa).
  • Browser: es kann durchaus eine Rolle spielen welcher Browser getestet wird. Es lassen sich übrigens je nach Anbieter und Location auch mobile Browser auswählen
  • Anzahl Tests: es wird empfohlen mehrere Tests auszuführen um einen aussagekräftigeren Mittelwert zu erhalten
  • Repeat View: hier handelt es sich um die Ladezeit, wenn ein Client (Browser) wiederholt eine Seite lädt und ggf. Caching Effekte besser bemerkbar sein sollten – es wird empfohlen first view and repeat view auszuwählen

Übersicht des Ergebnisses

Stand 2026: Die Ergebnisseite ist inzwischen anders aufgebaut. Oben steht eine Zusammenfassung mit den Fragen „Is it Quick?“, „Is it Usable?“ und „Is it Resilient?“ sowie konkreten Verbesserungsvorschlägen („Opportunities & Experiments“). Die folgenden 6 Indikatoren (A bis F – A ist die Bestnote) zeigen den Stand von 2017, die Punkte sind aber weiterhin die Grundlagen der Optimierung.
Performance Indikatoren
Hier in kürze die Bedeutung der 6 Punkte:

  1. First Byte Time: Dauer für den Empfang des ersten Bytes des Webservers. Dieser Wert lässt sich vor allem auf Hosting-Ebene beeinflussen, z. B. durch Caching. Der Wert ist abhängig von der physikalischen Hosting-Umgebung (Rechenzentrum, Server) und der momentanen Auslastung der Systeme.
  2. Keep-alive enabled: Option des Webservers, die bewirkt, dass die Verbindung zwischen Server und Browser offen bleibt und somit vermieden wird, dass jedes Mal der TCP-Handshake neu ausgehandelt werden soll. Eine Webseite hat oftmals 100 oder mehr Elemente, die geladen werden sollen – da kann eine vermeintlich kleine Optimierung schon mal was bewirken. Mit HTTP/2 und HTTP/3 werden heute ohnehin viele Dateien parallel über eine Verbindung geladen.
  3. Compress transfer: ebenfalls eine Webserver-Einstellung. Der Webserver kann die Daten komprimiert übertragen, sodass weniger Daten übertragen werden brauchen. Moderne Browser können inzwischen alle mit komprimierten Datenübertragung umgehen.
  4. Compress images: hier sind die Website-Betreiber gefragt. Der Indikator zeigt wie gut die Bilder, die geladen werden, komprimiert sind. Lässt sich die Größe (ohne Qualitätsverlust) verringern?
  5. Cache static content: kommen die angezeigten Elemente vom Cache oder wurden diese frisch vom Webserver ausgegeben?
  6. Effective use of CDN: werden die Inhalte von einem CDN (Content Delivery Network) ausgegeben?

Performance Results

In der oberen Tabelle sind weitere Werte abzulesen, die als Ergebnis des Geschwindigkeitstests zu verstehen sind. Hier wird die Geschwindigkeit der Anzeige der Website in einzelne Stufen unterteilt, um besser nachzuvollziehen, wo die Ladezeiten entstehen.
webpagetest - Performance Results
  • Load Time: die Zeit entspricht der Ladezeit der Website. Die Fully Loaded Zeit hingegen misst noch alle Aktivitäten bis zu 2 Sekunden nach der Load Time, also Elemente, die beispielsweise per Javascript nachgeladen werden.
  • First Byte (TTFB): die Zeit, die für den ersten Byte vom Server zum Browser benötigt, wenn die Website erstmals aufgerufen wird.
  • Start Render: Zeit, die der Browser benötigt, um mit der Anzeige der Website zu beginnen.
  • Speed Index: der Speed-Index ist ein Wert, um die gemessene Geschwindigkeit zu bewerten. Je kleiner dieser Wert ist, umso besser. Hier gibt es ausführliche Informationen wie dieser Index errechnet wird: https://developer.chrome.com/docs/lighthouse/performance/speed-index
  • Core Web Vitals: Stand 2026 zeigt WebPageTest zusätzlich u. a. First Contentful Paint, Largest Contentful Paint (LCP), Cumulative Layout Shift (CLS) und Total Blocking Time (TBT) an. Bei ausreichend besuchten Websites kommen echte Nutzerdaten aus dem Chrome UX Report dazu.
webpagetest - Ergebnis

Details – Wasserfall Diagramm

Im Wasserfall-Diagramm lässt sich sehr schnell erkennen wie viele Requests das Laden der Seite erzeugt und wie schnell die einzelnen Requests beantwortet werden. Anhand der Farbcodes lassen sich die Requests auch einstufen, ob DNS Anfrage, HTML/Text, Javascript/Text, Bilddaten oder andere Inhaltstypen geladen werden.
webpagetest- Details Waterfall

Content Breakdown

Der Bereich „Content Breakdown“ ist besonders interessant um die Verhältnisse von Text, CSS, Javascript und Bilder zu sehen. So lässt sich auch besser entscheiden wo der größere Hebel ist, wenn es darum geht Prioritäten für die Optimierung festzulegen.
webpagetest - Content Breakdown

Bildanalyse

Der Punkt „Image Analysis“ bot 2017 die Analyse der Bilddateien. Der Dienst prüfte jedes einzelne Bild, bewertete die Kompression und benotete diese auch (A-F). Die Optimierungen, falls welche sinnvoll möglich sind, kannst du selbst durchführen – es gibt dafür zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme, die dafür genutzt werden können. Stand 2026 gibt es diesen Punkt so nicht mehr; Hinweise auf zu große oder schlecht komprimierte Bilder findest du unter „Opportunities & Experiments“ und im Lighthouse-Bericht. Moderne Formate wie WebP oder AVIF sparen oft viel Datenvolumen.
webpagetest - Image Analysis

Ein professionelles Tool für null Euro

Webpagetest.org ist ein ausgereiftes Projekt mit dem die Optimierung von Websites wirklich gut vorangetrieben werden kann. Besonders nett ist, dass sich das Tool weiterhin kostenlos nutzen lässt. Stand 2026 gehört WebPageTest zu Catchpoint (seit Ende 2025 Teil von LogicMonitor): Einzelne Tests gehen ohne Registrierung, für regelmäßige Tests brauchst du ein kostenloses Konto mit monatlichem Testkontingent; API-Zugang und erweiterte Funktionen gibt es nur in den kostenpflichtigen Tarifen. Hin und wieder musst du etwas warten bis die Analyse-Anfrage durchgeführt wird – schließlich bist du nicht die einzige Person, die diesen Dienst in Anspruch nimmt. Eine schnelle, ebenfalls kostenlose Ergänzung mit echten Nutzerdaten von Google ist PageSpeed Insights.

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